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New York Marathon - Lauf in New York 2007


Laufbericht geschrieben von Heike Lessner

New York Marathon -1« vergrößern Für jeden Langläufer ist die Teilnahme am New York City Marathon ein absolutes Highlight. Vom Lauf der Superlative träumen viele Sportler. Für 12 Läufer aus Lüneburg ging dieser Traum in Erfüllung. Am 04.11.2007 liefen wir durch die größte Stadt der USA, New York - inmitten der ca. 40.000 Teilnehmer. Der wohl bekannteste Stadtmarathon der Welt strahlt eine kaum zu fassende Faszination aus und entwickelt in Läuferkreisen eine unheimliche Anziehungskraft. Die Nachfrage nach den Startnummern für NYC ist jedes Jahr höher, als das Angebot.

Die Zeit vor dem Lauf verging wie im Flug und am Sonntagmorgen wurden wir mit Bussen gegen 6.00 Uhr zum Startgelände an der Verrazano-Brücke gefahren. Die Sonne lugt zögerlich über den Wolkenkratzern hervor. In unserem Bus sitzen ungefähr 40 Läuferinnen und Läufer aus Deutschland.. Wir sind unterwegs an den Start zu einem traumhaften, aber auch anstrengenden Lauf durch die fünf Stadtteile New Yorks.

Wir nähern uns Fort Wadsworth, einem Stützpunkt der US-Armee in Staten Island, New York. Es gleicht an diesem Morgen einem riesigen Heerlager. Ungefähr 40.000 Sportler wuseln auf riesigen Wiesen querfeldein, besorgen sich Getränke, wärmen sich auf oder stehen. Hier müssen wir drei Stunden auf den Start warten, da die Brücke selbst immer ab 7.00 Uhr morgens gesperrt wird. Um die Wartezeit auf den Start zu verkürzen, sorgt eine Band aus New York am Rande des Geländes für Festival-Stimmung. Die Sonne schimmert durch eine Anzahl von Bäumen auf das "Wartegelände" und sorgt an diesem Novembermorgen für den Hauch einer Wohlfühltemperatur. Die Läufer warten in drei farbig gekennzeichneten Wartezonen auf den Start um 10.10 Uhr in New-York. Die Stars sind allerdings längst unterwegs, als das Gros der Läufer zur riesigen Verrazano Narrows Bridge über die New York Bay geführt wird. Über der Brücke kreisen Hubschrauber. Das große Feld der Läufer bewegt sich zum Start. Viele Kleidungsstücke liegen mitten auf der Straße und es gleicht am Anfang eher einem Hindernissgehen. Selbst am Start müssen auf den ersten 300 Metern Kleiderhindernisse überwunden werden. Also jetzt bloß nicht stolpern.

Die Straßenbands« vergrößern Nach dem ersten Anstieg, bedingt durch die Form der Brücke, zieht sich im Stadtteil Brooklyn das Feld auch nach drei Meilen und trotz enorm breiter Straße kaum auseinander. Gesäumt wird die Strecke nach der Brücke von hunderttausenden enthusiastisch anfeuernden Marathon Fans links und rechts. "Go ahead", "That's your race", "You make a great job" ("Los, weiter!", "Es ist dein Rennen", "Du machst es großartig") schrillen viele Stimmen ins Teilnehmerfeld. Ein hagerer Mann steht mit einem Schild an der Brücke. Darauf steht: "FINISHING IS YOUR ONLY FUCKING OPTION". Spätestens jetzt müssen wir herzlich lachen und werden die nächsten Meilen über die Strecke getragen. Und immer wieder tauchen Musikbands am Straßenrand auf, tönen Rapper, Chöre, Blues-, Rock- oder Countrybands ihre Musik in voller Lautstärke auf die Strecke. Der Lauf gleicht in Brooklyn und auch in Queens - in den Stadtteilen New Yorks mit überwiegend schwarzer Bevölkerung - eher einem Straßenfestival als körperlicher Höchstanstrengung.

Der Marathon-Start« vergrößernEtwa bei Meile acht dann ein kleines Raunen in der Menge der Läufer. Die imposante Silhouette Manhattans ist für die Läufer erstmals zu sehen. Das Ziel im Herzen der Stadt New York scheint greifbar nahe, aber ist noch gut 18 Meilen oder umgerechnet 30 Kilometer entfernt. Die ersten "Marathonies" genießen im Gehen die herzliche Atmosphäre. Schütteln Hände, beantworten bereitwillig die Fragen nach der eigenen Herkunft. Der Lauf wird dadurch für viele Läufer zum Slalom und auch das kostet Kraft. Kurz vor dem Anstieg zur Queensboro Bridge bei Meile 16 wird die Straße ganz schmal. Polizisten versuchen, die Zuschauer für die Läuferscharen zurückzudrängen. Hände strecken sich den Läufern entgegen, Schulterklopfen: Manhattan ist erreicht. Ein Drittel der Teilnehmer geht auf dieser Brücke. Absolute Stille unter den Läufern erinnert hier eher an ein Begräbnis, als an die Teilnahme eines Ultralaufes. Hier könnte man eine Stecknadel fallen hören. Die Brücke zieht sich endlos bergauf und verlangt einiges an Muskelarbeit. Endlich bergab! Das Gebrabbel der Läufer ertönt wieder in einem euphorischen, mehrsprachigen Getöse. Jetzt geht es die 1st Avenue in NYC hinauf. Vier Meilen geradeaus, einen stetigen, leichten Anstieg hinauf - dem Stadtteil Bronx entgegen. Tausende Beine im Blickfeld, kein Ende in Sicht.

Die letzte Brücke steckt uns besonders in den Beinen und wir fragen uns nach dem Sinn dieser Tortur. Irgendwann ist jeder Läufer allein mit sich, seinem Rhythmus, der Straße und dem Marathon - mitten in der Millionenstadt New York mit ihren Wolkenkratzern und inmitten von 40 000 Mit-Läufern.

Unsere 6 Fans hatten große Mühe sich durch den Ortswechsel an der Strecke zu vervielfachen, um uns anzufeuern. Aber die Fans von Elton waren ja auch noch da, um uns mit heimischen Tönen in New York City zu unterstützen.

Zwei Brücken später geht es endlich gen Süden dem Central Park entgegen. Die braunen und ockerfarbenen Sandstein-Häuserfronten East-Harlems tauchen auf. Mit weit mehr als 30 Kilometern in den Beinen nimmt das Auge solche Details aber eher beiläufig wahr.

An den Wasserstationen türmen sich Becher und Schwämme. Auf Höhe des Central Parks, zwei Meilen vor dem Ziel, häufen sich die körperlichen Ausfälle. Zahlreiche Sanitäter sind im Einsatz, rasche Hilfe ist am Ort, wenn Beine oder Kreislauf schlapp machen. Das bunte Marathon-Strassenfest hat sich in ein Durchhalterennen verwandelt. Bei den giftigen Anstiegen in New Yorks grüner Lunge kurz vor dem Ziel kämpfen viele Läufer mit den letzten Kilometern.

Der Central Park South ist mit vielen Zuschauern gefüllt. Auf mehreren Ebenen haben sich viele tausend Menschen vor der imponierenden Wolkenkratzer-Kulisse des Nobelviertels positioniert und begleiten schreiend die ankommenden Läuferinnen und Läufer auf den letzten Metern.

Die silber-eingetüten Läufer« vergrößernEndlich angekommen machen wir noch ein paar Fotos im Zielbereich und reihen uns in die kilometerlange Schlange der in Silberfolien gehüllten Läufer, um den Kleiderbeutel abzuholen. Es ist schon ein imposanter Anblick, da die Vielzahl der Läufer wie eine silberne Schlange scheint, die sich sehr langsam, aber gezielt ihren Weg bahnt. Als Beute lockt der Kleiderbeutel. Der Lauf war absolut klasse organisiert. Nur die Gepäckabgabe und Gepäckabholung – jeweils ca. 1 Stunde Wartezeit - hat die Nerven der Läufer strapaziert. Aber auch das ist schnell vergessen und die Freude über den „Finish ING New York Marathon“ überwiegt. Daher am besten keinen Kleiderbeutel abgeben, und den Treffpunkt mit den Angehörigen außerhalb des Central-Parcs in New York vereinbaren!

Alle 12 Läufer aus Lüneburg haben den Zieleinlauf in New-York geschafft und sind vor Elton („Elton läuft“) und Katie Holmes (Frau von Tom Cruise) im Ziel eingetroffen. Die meisten von uns trainieren neben ihrem Fulltime-Job 12 Wochen für einen Marathon-Lauf mit einem Trainingsplan, der 4 Läufe in der Woche vorsieht. Dazu gehört viel Disziplin, und Laufen muss natürlich überwiegend Spaß machen. Die meisten von uns haben nach dem Trainingsplan von Wilhelm Stumpenhausen vom MTV Lüneburg trainiert. Da waren dann schon einige Bergläufe und 'Tempoläufe mehr für New York dabei, die den Marathon-Lauf in NYC dann aber erleichtert haben.

Gelaufen und beendet haben den Marathon in New-York 2007: Anja Scheele, Diana Plönnigs, Christine Müller-Reithmayer, Ingo Meyer, Dr. Peter Hess-Erdmann, Christine Erdmann, Tobias Gruhne, Bernd Cordes, Alexander Abraham, Heike Timme, Urte Gehrckens-Gärtner und Heike Lessner (ich).

Unsere Fans und Begleiter: Jürgen Plönnigs, Dr. Konrad Reithmayer, Susanne Dirschauer, Herr Gärtner, Axel Timme und Ilka Blocksdorf.

Ein Dankeschön an den Reiseveranstalter DER TOUR in Frankfurt. Es hat alles prima geklappt!

Weiterführende Links:
»New York Marathon Beschreibung
»New-York Halbmarathon 2009
»New York City Women Marathon 2009
»Bildergalerie NYC Marathon 2008
» New York City Marathon Foto-Strecke 2007
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